Das Horneburger Blasorchester besteht bereits seit 1922. In einer so langen Zeit haben die Musiker viele Höhen und Tiefen erlebt...

Im Jahre 1922 entschlossen sich Mitglieder des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr Horneburg zur Gründung einer Blaskapelle. Die Tätigkeit des Orchesters beschränkte sich in den ersten Jahren auf Choral- und Kirchenmusik.

Im Jahre 1924 trat die Hagemer Blaskapelle den Horneburgern bei, sodass man nun in der Lage war über kirchliche Anlässe hinaus in die Öffentlichkeit zu treten.

Nach 1945 begann auch in der Kapelle die Zeit des Wiederaufbaus. In den folgenden Jahren traten dann die ersten Mitglieder ein, von denen noch heute eine Person aktiv tätig im Blasorchester mitwirkt.

Ende der 50er Jahre sank die Mitgliederzahl drastisch, sodass man diese Phase die schwierigste der Kapelle nennen kann. Vielleicht war es der Tod des Gründers, Josef Teigeler, der dazu führte, dass man die Gefahr des Untergangs einer alten Tradition erkannte...

Voller Tatendrang begann man am Ende der 70er Jahre neue Mitglieder für die Blaskapelle zu gewinnen. Der neue Dirigent, Alois Wellnitz, sowie die Vereinsführung bildeten eine Symbiose und legten somit die Basis für einen Aufschwung.

Junge Leute traten in das Orchester ein.

In stetem Zusammenwirken und ergeiziger Probenarbeit gelang es aus der Kapelle einen Klangkörper zu formen, der über die Grenzen Horneburgs bekannt wurde. 1972 feierte das Blasorchester sein 50-jähriges Bestehen. Das Orchester stellte sich mit 26 Musikern dem Publikum vor. Weitere 8 Bläser bildeten eine Jugendkapelle, die Zug um Zug in das Stammorchester integriert wurden. Mitglieder bildeten fortan den eigenen Nachwuchs aus und führten ihn nach der Ausbildung an die Orchesterarbeit heran.

1974 konnte mit Josef Lohr ein Vollblutmusiker als Nachfolger am Dirigentenpult gewonnen werden. Längst war das Orchester Haus- und Hofkapelle des Horneburger Bürgerschützenvereins und umrahmt bis heute die Schützenfeste und zahlreiche Ausmärsche. Aus Altersgründen gab Josef Lohr 1977 den Dirigentenstab ab.

Am 18. November 1977 übernahm der bislang längste Dirigent in der Geschichte, Adolf Kazda, das Amt des Orchesterleiters. Unter seiner Leitung entwickelte sich nach und nach die musikalische Vielfalt des Programms und im Orchester eigene Dynamik und Klangqualität.

In den 80er Jahren wuchs das Orchester. Bald saßen fast 60 Musiker in den Reihen der Kapelle. Mitte der 80er Jahre wurde der bis dahin ununterbrochene Zustrom interessierter Neumitglieder gestoppt. Man war der Meinung, dass das Orchester nicht größer werden sollte. Ein fataler Fehler wie sich einige Jahre später herausstellte. Der größte Teil von diesen über 60 Musikern standen kurz vor dem Ende der Schulausbildung und verließen so, meist schweren Herzens, das Orchester berufsbedingt. Es entstanden erhebliche Besetzungsprobleme.

Um den nötigen Schwung in das Orchester zu bringen, übernahmen der damalige erste Trompeter, Lothar Elfert, sowie der erste Klarinettist, Georg Hennigfeld, die Ausbildung junger Leute.

Beim traditionellen Frühkonzert am 1. Mai 1989 wurde ein Förderverein des Horneburger Blasorchesters gegründet. Bis Ende 1989 kamen bereits 51 Anmeldungen zustande. Der Förderverein zählt bis heute viele Mitglieder. Von den Beiträgen und Spenden wird die Jugend- und Ausbildungsarbeit des Orchesters unterstützt. Außerdem können dringend benötigte Instrumente gekauft werden.

Im Jubiläumsjahr 1997 (75 Jahre HBO) hatte das Blasorchester 38 aktive Musiker. 11 Leute waren in der Ausbildung. Grundkenntnisse waren nicht erforderlich, um ein Instrument der Wahl zu erlernen. Eigene Mitglieder übernahmen in der ersten Zeit die Ausbildung, egal, ob Bass, Tenorhorn, Saxophon, Trompete, Klarinette, Querflöte, Posaune oder auch Schlagzeug. Für die Musiker stellte das festliche Konzert in der Realschule Datteln den saisonalen Auftakt dar.

Anfang '96 fand mit der Wahl von W. Müschenborn als ersten Vorsitzenden ein Generationswechsel in der Vereinsführung statt. Natürlich wehte dadurch ein frischer Wind ins Orchester. Gleichzeitig kamen auch jüngere Mitglieder in den Vorstand. Seit dem Jubiläumskonzert war ein erneuter Zustrom interessierter junger Leute zu verzeichnen.

Inzwischen konnte das HBO auf eine erfolgreiche Bilanz blicken. Die Nachwuchsarbeit lief auf Hochtouren, die Mitgleiderzahl nahm beständig zu.

Nach 24-jähriger Dirigentschaft legte der damalige Orchesterleiter, Adolf Kazda, 2001 sein Amt nieder. Der neue Dirigent, Dieter Sonntag, leitete seitdem das Orchester. Während seiner Dirigentschaft hat sich das Repertoire erheblich erweitert und verändert. Neben traditioneller Blasmusik spielt das Orchester nun auch viel moderne Konzertmusik.

Im Jahre 2002 wurde ein Jugendorchester gegründet. Da die Ausbildung junger Leute nunmehr in den Händen der örtlichen Musikschule lag, war einer der Grundgedanken die jungen Musiker durch ein Jugendorchester besser in das große Orchester zu integrieren. Die Leitung übernahm der derzeitige Kapellmeister und Gründer Jens Prange. Seither wurde das Jugendorchester auch von Patricia Kortmann, Kerstin Göthert und zuletzt Thilo Lagatz geführt.

Das Weihnachtskonzert des Jahres 2013 war das letzte von Dieter Sonntag geleitete Konzert. Er legte nach 12-jähriger Dirigentschaft den Taktstock nieder.

Das Orchester zählt momentan ca. 30 aktive Mitglieder und ist immer auf der Suche nach neuen Musikbegeisterten.